Nachlese: 3. Grundkurs Holzwerken

Am 09. Juni fand im Eigenbaukombinat zum dritten Mal der Grundkurs Holzwerken statt. Diesmal hatten sich vier Teilnehmer eingefunden (hallo an Erik, Matthias, Andreas und Kathrin 😉 ), die sogleich wissbegierig zur Sache gingen.

Nach der kurzen theoretischen Einführung in die Eigenschaften von Holz ging es gleich mit dem praktischen Beispiel eines Kinderhockers mit  den Maßen 30 x 30 x 30cm zur Sache.

IMG_9368

Ausgehend von der schon vorhandenen Skizze (DXF-Datei hier)…

kinderhocker screenshot

… konnte man direkt die Zuschnittliste erstellen:

  • 2 Stück 300mm x 300mm (Seitenteile)
  • 1 Stück 300mm x 264mm (Rückwand)
  • 1 Stück 264mm x 264mm (Sitzfläche)

Der Bauplan ist so gewählt, dass alle Teile aus einem Brett Fichte Leimholz in 1200mm x 300mm geschnitten werden können. Materialkosten: etwa 3.50 EUR.

Dann gab es folgendes zu tun:

  • Abmessen, Markieren und Zuschneiden der benötigten Teile auf der Kappsäge
  • Sortieren aller Teile nach optischen Kriterien, unschöne Astlöcher und Ausbrüche werden nach Möglichkeit nach innen oder in noch zu entfernende Reststücke gelegt
  • Beschriftung aller Teile (Seite, außen, oben etc.) mittels Klebeband und Bleistift. Damit dann alle Löcher dann auch auf den richtigen Seiten landen.
  • Anbringen der Verbindungsnuten für die Flachdübel mittels der Lamellomaschine. Dafür werden alle Teile entsprechend der Skizze markiert, aufgespannt und gefräst.
  • Das probeweise Zusammenstecken aller Teile zeigt uns, ob wir richtig sauber gearbeitet haben.
  • Nächster Schritt: Ausbohren der 50mm Löcher auf der Tischbohrmaschine. Dazu wird ein 50mm Forstnerbohrer mit langsamer Drehzahl benutzt.
  • Abrunden der Ecken. Wir zeichnen mittels Schablone den gewünschten Eckenradius von 60mm an und gehen dann zur Tellerschleifmaschine. Kurze Zeit später ist auch dies vollbracht.
  • Bevor es jetzt an die Oberflächenbehandlung geht, muss dieselbige vorbereitet werden. Dazu nehmen wir den Exzenterschleifer zur Hand und schleifen die Oberfläche, bis sie glatt genug ist, mit Schleifblättern aufsteigener Körnungen.
  • Dann geht es auch schon ans Verleimen der Einzelteile mit Leim und Flachdübeln. Ein paar passend gesetzte Zwingen erleichtern den Zusammenhalt, bis der Leim abgebunden hat.

Jetzt kann man noch, je nach Wunsch, die Oberfläche farblich gestalten, oder einfach mit einem Hartwachsöl oder Klarlack behandeln, um sie vor Verschmutzung zu schützen. Wenn gewünscht, kann man auch die Kanten der einzelnen Teile auf der Tischoberfräse mittels Abrundfräser sanft abrunden.

Insgesamt ein schönes Projekt, das sich hervorragend eignet den Umgang mit verschiedenen, gebräuchlichen Maschinen zu erlernen, und das weitere optionale Ausgestaltungsmöglichkeiten bietet.


Über Roberto Hoffmann

Baujahr 1980, Informatiker. Ich bin über den Lautsprecher- und Subwooferbau zur Holzbearbeitung gekommen und dann dort geblieben. Ich habe mich schon intensiv mit dem Vermessen von Lautsprecherfrequenzgängen mittels MLS/FFT, allgemein Raumakustik und auch der Digitalfotografie auseinandergesetzt. Mein aktueller Schwerpunkt ist aber die Holzbearbeitung von der Bohle bis zum Möbelstück, und natürlich das CNC-Fräsen.

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