Nachlese: 1. Grundkurs Bierbrauen

Für alle, die schon immer wissen wollten, wie Bier gebraut wird und auch mal live dabei sein wollen, haben wir neuerdings unseren Grundkurs Bierbrauen im Angebot. Hier die Nachlese des letzten Kurses vom 06. Juli mit vielen Bildern (leider ist das Geschmacksinternet noch nicht erfunden worden).

Nach kurzer Einführung in die Grundlagen ging es auch gleich los, Bierbrauen ist ein zeit- und arbeitsintensiver Prozess.

Zuerst suchen wir ein Rezept aus, hier ein Indian Pale Ale, um sogleich die verschiedenen Malze abzuwiegen.

Diese wurden dann in einer speziellen Malzmühle (hier eine Monster Mill MM-2 mit selbst konstruiertem Aufsatz) gemahlen. Wichtig ist dabei, dass das Malz nur aufgebrochen, aber nicht zu Staub verarbeitet wird.

Dann wird die passende Menge Wasser in einem Topf angesetzt und das Malz eingerührt und durchläuft jetzt verschiedene Temperaturstufen, sogenannte Rasten, die dazu dienen durch gezielte Nutzung der verschiedenen enzymatischen Umwandlungsvorgänge gewünschte zu lösen oder unerwünschte Stoffe abzubauen, bzw. die Stärke in später vergärbaren Zucker umzuwandeln.

Wie man sieht färbt sich dabei die Maische (der Malzsud) bereits nach kurzer Zeit. Damit sie nicht anbrennt muss ständig gerührt werden. Ein Kochthermometer erlaubt dabei die gezielte Einstellung und Überwachung der nötigen Wunschtemperatur für die jeweilige Raststufe, die von unterschiedlicher Dauer sind.

Später kommt als weiteres geschmacksgebendes Element der Hopfen hinzu. Hopfenblüten gibt es in verschiedensten Ausprägungen und Geschmacksrichtungen:

Um eine Verkostung der verschiedenen Aromen zu ermöglichen, kann man Hopfenblüten über ein bis zwei Tage in ansonsten geschmacklich neutrales Bier wie z.B. Veltins einlegen und damit die verschiedenen Sorten vergleichen. Zum Glück hatte unser Kursleiter eine solche Verkostung bereits eingeplant. 🙂

Nachdem alle Raststufen durchlaufen wurden, kann der sogenannte Treber entnommen werden. Übrig bleibt der Biersud, in dem dann die Hopfenblüten aufgekocht werden, das sogenannte „Würzekochen“.

Schließlich müssen die jetzt noch in der Würze befindlichen Schwebstoffe herausgefiltert und dann das Ganze abgekühlt werden, damit die Hefe hinzugegeben werden kann.

Jetzt ist auch der Zeitpunkt gekommen, um mittels „Bierspindel“ den Stammwürzegehalt zu bestimmen. 17 Grad Plato ergeben bei vollständiger Vergärung einen Alkoholgehalt von 8.9%, ein doch etwas starkes Bier.

Jetzt kann der Sud in den luftdicht verschlossenen Gäreimer mit Überdruckventil eingefüllt und die Hefe hinzugegeben werden. Dann muss das Bier noch drei bis vier Tage in Ruhe vor sich hingären, um aus dem enthaltenen Zucker den Alkohol zu entwickeln.

Nach dieser Wartezeit wird das Bier dann in Flaschen abgefüllt und wird im Laufe der nächsten Tage im Rahmen der sogenannten Flaschengärung den restlichen Zucker in Kohlensäure umwandeln.

Jeder Teilnehmer konnte dann zwei Flaschen des edlen „EIGENBRÄU #1“ mit nach Hause nehmen. Prost!


Über Roberto Hoffmann

Baujahr 1980, Informatiker. Ich bin über den Lautsprecher- und Subwooferbau zur Holzbearbeitung gekommen und dann dort geblieben. Ich habe mich schon intensiv mit dem Vermessen von Lautsprecherfrequenzgängen mittels MLS/FFT, allgemein Raumakustik und auch der Digitalfotografie auseinandergesetzt. Mein aktueller Schwerpunkt ist aber die Holzbearbeitung von der Bohle bis zum Möbelstück, und natürlich das CNC-Fräsen.

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