Dadant Bienenbeuten

Seit fast einem Jahr bin ich mit der Planung und dem Bau von Bienenbeuten beschäftigt. In den vergangenen Tagen konnte ich das Projekt abschließen. In wenigen Wochen beginnt die Bienensaison und mein Ableger wird, sobald das Wetter passt, in eine der neuen Beute ziehen.

Beim Bau der Magazinbeuten habe ich mich streng an die Baupläne aus Günther Ries‘ Meine Erfahrungen mit der Buckfastbiene gehalten. Lediglich die Bodeneinheit wurde verändert. Folgende Beutenbestandteile habe ich gebaut:

  • 14x Honigraumzarge mit Bucherechen und Trageleisten
  • 5x Brutraumzarge mit Edelstahlgleitschiene und Trageleisten
  • 9x Flachboden (ohne Bausperre) mit Edelstahlgitter und Varoaschieber
  • 9x Innendeckel mit Bienenflucht
  • 9x Adam Fütterer mit seitlichem Aufstieg
  • 9x Trennschied aus Multiplex
  • 9x Absperrgitter mit Bucherahmen
  • 9x Fluglochkeil

Für die Zargen wurde Fichtenleimholz (22mm) von unserem Holzlieferanten Carl Götz verwendet. Den Zuschnitt habe ich mit der Tauchsäge gemacht. Zur Verbindung der Zargenelementen habe ich mit der Tischkreissäge Nut&Feder hergestellt. Zudem habe ich alles verleimt (Ponal Super 3 + D4 Härter) sowie mit Edelstahlschrauben verschraubt.

Die Adamfütterer wurden auf die gleiche Art und Weise hergstellt. Zudem habe hier die innenliegenden Flächen mit Bienenwachs behandelt. Mit einem Heißluftföhn funktioniert das wunderbar.

Für die Varoaschieber, den Innendeckel und den Boden der Adamfütterer habe ich wetterbeständiges Industriesperrholz (5mm) verwendet.

Die benötigten Bucheleisten für die Abstandsrechen der Honigraumzargen und die Hartholzrahmen der Absperrgitter habe ich aus einer Massivholzbohle selbst gehobelt und zugesägt.

Der letzte Arbeitsschritt bestand im Behandeln der Beuten mit Leinölfirnis. Achtung: Außenanstrich genügt. Die Innenseiten werden von den Bienen mit einer Propolisschicht überzogen.

Mein komplettes Bauvorhaben wurde auch mit Bildern dokumentiert. Seht selbst:

Zuschnitt

Flachboden

Brutraumzarge

Absperrgitter

Honigraumzarge

Innendeckel

Fütterer

Außenanstrich 

 Testaufbau am Bienenstandort

Interessiert euch das Thema Bienenhaltung näher? Ich plane bei der kommenden TAAK – Tauschakademie einen kleinen Einführungskurs in die Imkerei anzubieten.

23 Kommentare:

  1. Hallo,
    sehr schöne Dadantbeuten! Ich baue meine Bienenbeuten auch selbst und daher hätte ich eine Frage zu den Fütterern. Mir ist aufgefallen, dass die Fütterer nach unten keinen Beespace haben. Das macht es einfacherer die Fütterer dicht zu bekommen, aber quetscht es nicht die Bienen auf die Rähmchen?

    Gruß
    Sebastian

  2. Hallo Sebastian,
    ich habe mich bei der Konstruktion der Fütterer ebenfalls an Ries‘ Zeichnungen gehalten. Hier war kein Beespace nach unten vorgesehen. Rechnerisch beträgt der Abstand zwischen Oberkante Brutraumrähmchen und Fütterer nur 2mm.
    Da ich die Fütterer seitliche auf die Brutraumzarge schiebe, wird da aber eigentlich keine Biene gequetscht.

    Gruß,
    Markus

    1. Hallo Markus.
      Ich bin begeistert von Deiner sehr ausführlichen Bauanleitung !
      Könnte ich von Dir einen Bauplan mit den Maßen erwerben ?
      Da ich als Hobbyimker gerne alles selbst baue wäre mir das sehr hilfreich.
      Ich bräuchte auch einen Bauplan für die Rähmchen zu dieser Beute.

      MfG
      Ralf Gschwill

  3. Hallo,

    Frage: Ist das Fichtenleimholz Wasserfest? Ich möchte ca. 20 Dadant bauen wieviel von den Leimholzplatten benötige ich etwa? Da ich nur einfache „Hobbywerkzeuge“ besitze und der Zuschnitt ungenau ist, könnte ich bei meinem Holzhandel alles zuschneiden lassen. Daher die Frage nach der Plattenmenge.
    Danke.

    Gruß

    Robert

  4. @Tiga

    Die Fichtenleimholzplatten aus dem Baumarkt haben doch nur eine Stärke von 18 mm. Es sollten jedoch etwa 22 mm Stärke für die Beuten haben, damit der Wärmehaushlt der Bienen günstig beeinflust wird.
    Ich würde daher eine Leimholzplatte aus dem Holzfachhandel vorziehen. Da bekomme ich eine Leimholzplatte von 5000x1220x22 für ca. 86,00€. Ich hatte sonst immer Schalbretter aus dem Baumarkt genommen. Aber als die anfingen den Preis zu erhöhen und die angegebenen Masse dann so gewaltig von den tatsächlichen Massen abwichen bin ich davon abgekommen. Und das Argumennt vom Baumarkt das ja Holz arbeitet mag ja stimmen. Nur wenn ich bei 6 Brettern so viel Abweichung habe das beim Zusammenrechnen der Gesamtabweichung ich ein Brett mitbezahle das ich garnich bekommen habe ist das schon Ärgerlich.

    Gruß

    Robert

  5. Hallo Robert,
    die von mir verwendeten Leimholzplatten sind D3 verleimt.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Holzleim
    Sie sind somit bei direkter Bewitterung nicht geeignet. Mit einem kräftigen Überzug Leinölfirnis und Blechdach sollte das aber passen.

    Zu den benötigten Plattenmengen: Ich habe für alle oben aufgeführten Beutenteile zwei Platten zu je 5 m x 1.23 m) verarbeitet.

    Gruß,
    Markus

  6. Hallo Markus,
    schöne Arbeit! wollte ich hätte auch schon so viele….
    Aber ein Tipp habe ich für Dich – wenn Du das nächste Mal verleimst, dann stelle Die ein Gefäß mit lauwarmen Wasser und einem Lappen daneben. Wenn dann der Leim aus den Fugen quilt (altes Sprichwort – das ist der Leim der hält), dann wischst Du die Leimreste gleich mit dem feuchten Lappen weg. Das sieht nicht nur besser aus, sondern versiegelt Dir nicht Dein Holz an den Stellen. Denn dort kann es nun keine Beize oder Öl mehr aufnehmen.

  7. hallo,

    für alle Nachbauer:
    habe da zwei Sachen die ich überdenken würde.

    Anstatt dem Weissleim würde ich wasser- und kochfesten PU-Leim verwenden. Weissleim, auch wenn er als wasserfest bezeichnet wird, ist nicht witterungsbeständig. Außerdem werden die Beuten früher oder später einmal desinfiziert, in kochendem Wasser oder heissem Wachs. Spätestens da verabschiedet sich der Weissleim.

    Eckverbindung: die eingefräste Nut in den Seitenwänden würde ich nicht machen. Es ist doppelt Arbeit und man schafft sich eine Schwachstelle, die gerne ausbricht, natürlich erst nach einigen Jahren. Ein Brett zu fräsen reicht.

    Ist nur gut gemeinte Kritik,

    Peter

  8. Hi Markus Gragert,
    danke für das tolle Projekt und die vielen Bilder. Sieht echt super aus.
    Ich würde gerne diese Beute nachbauen. Hast du vieleicht einen Bauplan den du mir schicken könntest ?
    Das Buch habe ich leider nicht.
    Liebe Grüße Zafer

  9. Hallo eigenbaukombinatteam,
    eure Dadant-Nachbauten gefallen mir sehr.

    Wir Imkern auf Dadant nach Ries (Originalbeuten haben wir gekauft bei Bienenweber)
    Wir werden uns in 2016 erweitern und schau gerade nach alternativen zu den Originalen Beuten von Bienenweber.
    Wir brauchen ca 50 HR-Zargen und BR-Zargen (je nach Preis) 30 Stück.
    Wie teuer wär es für mich wenn ihr mir das baut?

    Ich bin auch gern bereit euch mal in eurer Werkstatt zu besuchen und wir klären alles wichtige.

    Mit freundlichen Grüßen

    Axel Aschenbrenner
    http://www.imkerei-feloma.de
    Tel.: 01577 / 53 30 682

  10. Hallo Markus.
    Ich bin begeistert von Deiner sehr ausführlichen Bauanleitung !
    Könnte ich von Dir einen Bauplan mit den Maßen erwerben ?
    Da ich als Hobbyimker gerne alles selbst baue wäre mir das sehr hilfreich.
    Ich bräuchte auch einen Bauplan für die Rähmchen zu dieser Beute.

    MfG
    Ralf Gschwill

  11. Moin moin, hinsichtlich Zeichnungen und weiteren Anleitungen steht vier Nachrichten zu Timos Blog der Link. Dort kann man die Sketch-Up Zeichnungen ausdrucken, auf dem die Maße aller Teile enthalten sind. Den Dadant Boden habe ich von dort übernommen. Klappte alles wunderbar. Den Hinweis, den Deckel mit Siebdruck, habe ich auch von dort.

    Was mich hier noch interessieren würde, wie genau die Fluglochkeile gefräst wurden. Habt ihr Schablonen verwendet ?
    Einige Hinweise wären super.

    Besten Dank

  12. Hallo ! 🙂

    Mir gefällt deine Website sehr. Hier finden sich einige nützliche Informationen wider. Es freut mich das, du so tolle und interessante Informationen mit uns teilst!

    Ich baue mir im Moment eine Seite zum Thema Bienen/ Bienenbeuten auf. Wäre schön falls du auch mal vorbeischaust und meinen Blog verfolgst!

    Liebe Grüße

    Kristian

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