Artikelbild Hochschrank “Hoch hinaus” – Oder: Wie baut man einen Schrank mit nur 3 Brettern?

Jeder kennt das Problem – man hat nie genug Platz für all das, was sich über die Zeit so ansammelt. Da ist der Weihnachtsschmuck, Juniors Modelleisenbahn, der Besteckkasten von der  Oma – alles braucht man nur gelegentlich, trotzdem verstopft es die Schränke.

Hier will ich nun zeigen, wie man ganz einfach seinen eigenen,
ganz privaten “Mini-Dachboden” bauen kann.

Wo ist denn, objektiv nachgedacht, in einer Wohnung der meiste Platz?

Richtig – an der Decke!

Gerade in Altbauwohnungen mit Raumhöhen von häufig mehr als drei Metern gibt
es viel verschenktes Raumvolumen – besonders im Flur.

Wir bauen also einen “Hochschrank” – unter der Decke – am besten in einer Ecke.

So soll das Ganze am Ende aussehen:
Gesamtansicht

Was braucht man alles:

1. Eine Raumecke – bzw. ein Flurende
2. Holz – einige Leisten für die Befestigung an der Wand und eben die genannten “drei Bretter”:
Einen Boden und 2 Türen (plus natürlich beliebig viele Einlegeböden)
3. Scharniere und Griffe für die Türen
4. Schrauben und Dübel
5. Farbe!
(6. Etwas Maleracryl, um die Sache perfekt zu machen)

Der Aufbau: 

Zunächst mal muss man die Raumecke natürlich genau ausmessen.
Dabei auch darauf achten, ob die “Ecke” rechtwinklig ist – sonst kann man mit dem
fertigen Zuschnitt böse Überraschungen erleben (besonders im Altbau).

Daraus ergeben sich dann die Maße für die Türen und die Böden.
Als Material habe ich hier MDF verwendet, das ist zwar relativ schwer, verzieht sich
dafür aber auch nicht so wie z.B. das günstigere und leichtere Leimholz.

Die Zuschnitte aus einer größeren Platte sind mithilfe der Festool-Handkreissäge schnell
erledigt, dann müssen noch die Befestigungen für die Scharniere und die Griffe vorbereitet
werden. Für die Scharniere müssen mit einem Forstner-Bohrer 35mm große Sacklöcher
gebohrt werden, bei den Griffen kommt es natürlich auf die Befestigungsart selbiger an.

Der nächste Schritt ist die Vorbereitung der Wandbefestigung.

Hier sieht man den inneren Aufbau:
Innenaufbau Hochschrank

Es braucht eine Leiste hochkant – für die Befestigung der Scharniere bzw. der Tür.
Hier reicht eine 15mm dicke und ca. 35mm breite Leiste, die Schrauben für die
Befestigung der Scharniere sind recht kurz.

Dazu kommt eine Leiste horizontal für die Befestigung des Bodens, diese sollte
etwas breiter sein – mindestens drei Zentimeter, damit man beim Anschrauben des
Bodens von unten genug Platz hat.

Bei der Vorbereitung dieser Leiste kommt es nun auf die Wand selbst an.
In meinem Fall wusste ich, dass die Chance eine Fuge zu treffen, in der dann der
Dübel nicht hält, sehr hoch war – darum habe ich mehrere Löcher vorbereitet.
Auf die hier gewählte Schranktiefe von 50cm sind 2 Schrauben völlig ausreichend.

Die Löcher sind hier angesenkt, um Schraubenlänge zu sparen. Außerdem sind
sie 1 bis 2 mm größer als der Schraubendurchmesser, damit man die Leiste vor
dem endgültigen Festziehen noch mit der Wasserwaage ausrichten kann.
(Löcher in Wänden lassen sich seltenst auf den Millimeter genau bohren.)

Als letztes Element schließt sich noch eine Leiste senkrecht in der Mitte an.
Diese dient als Anschlag für die Türen, und gleichzeitig als kleiner Durchbiege-
Schutz, da sie mit einem Winkel an der Decke verschraubt wird.

Jetzt kommt Farbe ins Spiel!

Nun kann der Schrank ja nicht MDF-roh-schmutzig-braun bleiben, Farbe muss her.
Hier sind der künstlerischen Freiheit nun keinerlei Grenzen gesetzt!

Ich habe die Farbe einfach mit der Rolle aufgetragen, je nach Farbe braucht es zwei
bis drei Schichten, ehe das dunkle MDF überdeckt ist. Nach Möglichkeit besser keinen
“schnelltrocknenden” Lack verwenden, man hat so mehr Zeit für kleine Korrekturen.

Um die Sache richtig professionell aussehen zu lassen, verschließt man die Schattenfuge,
die zwischen dem Boden und der Wand entsteht, noch mit Maleracryl (gibt’s im Baumarkt).
Das Acryl eignet sich auch, um die Schrauben die den Boden halten, abzudecken.
(Eventuell muss man diese Stellen dann nochmal mit etwas Farbe nachbessern.)

Damit gewinnt man einen tollen Stauraum für all die Sachen, die man nur selten braucht.

 

Kosten: zwischen 50 und 100€ – je nach Größe, gewünschter Farbe usw.
Zeitaufwand: ca 5 Stunden
Benötigtes Werkzeug: (Alles im Eigenbaukombinat vorhanden ;-)  )
- Handkreissäge
- (Stand-)Bohrmaschine + Forstnerbohrer
- Kappsäge
- Akkuschrauber
- Schlagbohrmaschine für die Wand

Wer ungern lackiert, kann auch diese Variante bauen:
IMG_0557

Mit ein bisschen Stoff-Meterware und ein wenig Nähgeschick kann man
statt der Türen einfach einen Vorhang verwenden – auch schick :-)

 

Und nun viel Spaß beim Nachbauen ! :-)

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